11. Oktober 2016

Aus des Kellogg-Werkes: Senat hätte Entwicklung im Vorfeld erkennen müssen

Zur Schließung des Kellogg-Werkes erklärt Klaus-Rainer Rupp, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE: „Das endgültige Aus ist bitter. Über 200 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, Bremen wird als Sitz einer starken Nahrungsmittelindustrie weiter geschwächt. Wir wünschen der Belegschaft und ihrer Gewerkschaft alle Kraft für die anstehenden Verhandlungen. Die Beschäftigten sind die größten Verlierer dieser Konzern-entscheidung. Nach Jahren etlicher Zugeständnisse bei Arbeitszeiten und Tarifabschlüssen ist der Schlussstrich auf ihre Kosten ein Ausdruck harter unternehmerischer Profitlogik.“ 

Rupp weiter: „Wenn Bürgermeister und Wirtschaftssenator nun verkünden, dass man ‚keinerlei Hinweise im Vorfeld‘ gehabt habe, kann das mehrere Gründe haben: Entweder, man hat die Augen davor verschlossen, in welche Richtung sich die Nahrungsmittelindustrie entwickelt, obwohl senatsseitig erst vor kurzem das Sonntagsarbeitsverbot aufgehoben wurde, um die Fabrik rentabler zu machen. Oder das Rathaus wurde tatsächlich überrascht – weil die eigenen Informationen über die Branche unzureichend waren. Beides strahlt nicht gerade Souveränität und Entschlossenheit aus.“ 

Nach dem Aus für Coca Cola, Kaffee HAG und Kellogg’s muss der Senat seine wirtschaftspolitische Strategie überdenken, so Rupp: „Es gibt einen ‚Masterplan Industrie 2015‘, der eine ganze Reihe von Maßnahmen vorschlägt – die Nahrungsmittelindustrie kommt in diesem Projektkatalog allerdings an keiner Stelle explizit vor. Ein möglichst weitgehender Arbeitsplatzerhalt in dieser Branche kann gar nicht gelingen, wenn sich Senatoren und Bürgermeister zwar für Boom-Industrien wie Luft- und Raumfahrt stark machen, aber weniger spektakuläre Branchen eher stiefmütterlich behandeln. Die Probleme hätten im Vorfeld erkannt werden können und müssen.“