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11. Januar 2018

Zeugnisnoten für Grundschüler*innen?

Jeweils mittwochs erscheint im größten Bremer Anzeigenblatt die Rubrik 'Pro und Contra'. Hier äußern sich verschiedene PolitikerInnen beziehungsweise VertreterInnen von Institutionen und Verbänden zu aktuellen Themen. Aktuell geht es um die Frage, ob die Leistungen für Grundschüler*innen benotet werden sollen. Unsere Fraktionsvorsitzende und Bildungsexpertin Kristina Vogt bezieht im Weser Report für DIE LINKE Stellung:

Die neue Debatte um Schulnoten ist verwunderlich, denn die im Alltag verwendeten Lernentwicklungsberichte funktionieren. Unter Pädagoginnen und Pädagogen besteht Einigkeit darüber, dass Noten keinen gewünschten Effekt haben. Im Gegenteil, schlechte Noten wirken demotivierend und führen nicht dazu, dass Kinder sich mehr anstrengen.

Im schlimmsten Fall verursachen sie Ängste und Lernblockaden. Die Frage ist auch, wie heute Notengebung überhaupt möglich sein soll. In einer Klasse lernen nicht mehr 25 Kinder das gleiche. Es gibt jetzt 25 individuelle Lernstände und Lerntempos.

Bekommt das lernbehinderte Kind, das sich mühevoll zwei Buchstaben beigebracht hat, eine Sechs, weil die Klassenbeste flüssig lesen kann? Bekommen beide eine Eins? Was ist dann gerecht?

Pädagogische Rezepte aus dem 19. Jahrhundert helfen den heutigen Schulen nicht. Zum Glück sind die Bremer Schulen weiter als die CDU.