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6. Februar 2018

Mülltourismus im Land Bremen

Foto-Quelle: www.pixabay.com/de/müll-schild-müllentsorgung-2551860/

Das Land Bremen ist eine Drehscheibe für internationale Abfalllogistik. Über die Häfen werden Abfälle im- und exportiert, darunter auch große Mengen Gefahrgut und umweltschädlicher Elektroschrott, der häufig in den Ländern des globalen Südens auf offenen Müllkippen verklappt wird.

In den Verwertungsanlagen in Bremen und Bremerhaven wird eine stetig wachsende Menge von Abfällen aus anderen Bundesländern und dem Ausland verwertet.

Ein wesentlicher Teil der importierten Abfälle wird in den Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet: Über 1,2 Millionen Tonnen Abfall wurden 2016 in den vier Kraftwerken in Bremen und Bremerhaven verbrannt.

Dabei entstehen neben Treibhausgasen auch große Mengen sog. mineralischer Massenabfälle, wie Rost- und Kesselaschen. Den 1,2 Millionen Tonnen „Brennstoff“ standen dabei fast 360.000 Tonnen Verbrennungsrückstände, Stäube und Schlacken gegenüber, die wiederum – meistens außerhalb Bremens - entsorgt werden müssen.

Obwohl in Bremen eine Überkapazität an geeigneten Verbrennungsanlagen zur Verfügung steht, wird der in Bremen abgefahrene Hausmüll über die Autobahnen in teils weit entfernte Verwertungsanlagen transportiert:

  • Seit dem 1. Januar 2018 werden jährlich rund 10 Millionen gelbe Säcke zuerst an verschiedenen Umschlagplätzen (voraussichtlich u.a. in Hemelingen) gesammelt und dann voraussichtlich in Braunschweig sortiert.
  • Der Biomüll wird zukünftig in Woltmershausen umgeschlagen und in der Nähe von Osnabrück zur Biogaserzeugung eingesetzt. Für den Transport sind etwa 1.000 LKW nötig.

Bei Anwohner*innen stößt diese Praxis berechtigterweise auf viel Unverständnis wegen entstehender Geruchsemissionen. Aber auch umweltpolitisch ist der „Mülltourismus“ schädlich. Internationale Abfalltransporte behindern gleichzeitig den Aufbau einer effizienten, dezentralen und nachhaltigen Abfallwirtschaft vor Ort.

Aus diesem Grund stelle die Linksfraktion dem Senat insgesamt 28 Fragen, die Sie hier einsehen können.